Review: Saal Digital Fotobuch Professional Line, 22 x 30, Acryl & Kunstdruck

Disclaimer: Für die Prüfung ihrer neuen Professional Line habe ich einen Nachlass auf den Endpreis des Fotobuchs erhalten. Ich versuche, aber trotzdem möglichst unvoreingenommen zu sein und sachlich zu berichten.

 

Bestellung

Wie gewohnt bietet Saal Digital viele Gestaltungsmöglichkeiten für das Fotobuch: Vom hauseigenen Gestaltungstool mit unterschiedlichen Vorlagen und vorgefertigten Fotoraster über eine freie Bildsetzung oder auch einen PDF-Upload über eine externe Software stehen dem Besteller alle Möglichkeiten offen.

 

Im Bestellvorgang werden unterschiedliche Materialen angeboten - So steht für den Einband eine Kombination aus Acrylglas/ Leder oder Leder/Leinen zur Auswahl, die wiederum noch verfeinert werden kann durch die Lederfarbe, unterschiedlichen Holzoptiken oder auch der Beschaffenheit der Leinenfasern. Anschließend geht es zur Oberfläche der Innenseiten. Diese können in glänzendem oder mattem Fotopapier gehalten sein, auch ein "HighEnd-Druck matt" oder ein Kunstdruck mit Oberflächenstruktur bietet Saal Digital an. In der Regel kosten die Zusatzoptionen jeweils 5€. Das fertige Fotobuch kann aufpreispflichtig in einer entsprechenden Geschenkbox, die weitere 45€ kostet, geliefert werden.

 

Bei meinem ausgewählten Exemplar, einem 22x30 Fotobuch in der Kombination Acryl+Leder (schwarz) und 32 Kunstdruck-Innseiten ohne Geschenkbox, lag ich beim Regelpreis inkl. Versand bei 90,95€. Ein stolzer Preis - dafür habe ich auch eine entsprechende Qualität erwartet und war gespannt, was mir vom Anbieter (laut eigener Aussage in Handarbeit) gefertigt und geliefert wird.

Verpackung und Verarbeitung

Gut verpackt in einer Polsterfolie und mit Eckschutz aus Pappe kam das Fotobuch wenige Tage nach Abschluss der Bestellung an. Das Acrylglas wird zusätzlich von einer Schutzfolie vor Kratzern bewahrt und macht einen hochwertigen Eindruck. In meiner nur 32-seitigen Version erscheint mir das Glas allerdings etwas zu wuchtig und wirkt vermutlich erst bei dickeren Fotobüchern stimmiger - zumindest meinem Geschmack nach. Saal Digital empfiehlt allerdings auch für diese Variante des Fotobuchs 52 Seiten, was bei jetziger Betrachtung auch verständlich ist für dieses Produkt.

 

Der Rand des Glases ist sauber verarbeitet und es sind keine rauen Kanten oder deutliche Stufen ersichtlich. Der fein strukturierten Lederteil verbindet sich fast nahtlos mit dem Glas, so dass das Gesamtbild des Einbandes einen wirklich schönen runden Gesamteindruck macht und den Erwartungen an ein hochwertiges Cover gerecht wird.


Für die Gestaltung des Innenteils habe ich mich erstmals an der "Auto-Layout"-Funktion der Saal Digital-Software versucht. Ich überlasse ungern Dinge dem Zufall, allerdings hat mich die Funktionsweise und das Ergebnis dieser sicherlich bequemen Lösung interessiert. Tatsächlich geht die Platzierung sehr einfach von statten: Ich ziehe meine im Vorfeld ausgewählten Bilder auf die enstprechende Doppelseite des Fotobuchs und das Programm gibt mir bereits bestimmte Platzierungen vor, die ich dann gegebenfalls nochmals leicht anpassen kann. Außerdem stehen mir Dutzende Dekor-Effekte zur Verfügung, die ebenfalls wiederum unterschiedlich gesetzt werden können. Somit lässt sich in relativ kurzer Zeit bereits ein ordentliches Ergebnis erzielen. Die Abstände zwischen den Bildern werden vollautomatisch angepasst und die üblichen Möglichkeiten, Fehler zu machen, gibt es nur wenige. Was mich beim fertigen Produkt etwas gestört hat, ist die Anordnung der Fotos um den Falz. So hat es in der Software den Eindruck gemacht, dass die Abstände rechts und links des Falzes jeweils gleich groß sind - in der späteren Druckform war es jedoch auf allen Seiten so, dass die Bilder leicht nach links versetzt waren. Sicherlich ist dies kein schwerwiegender Schönheitsfehler, allerdings hat es mich doch etwas gestört.

 

Zum Kunstdruck lässt sich sagen, dass die Wahl des Papiers eine enorme Geschmacksfrage ist und es hierfür keine eindeutige Wahrheit gibt. Die Fotos wirken erwartungsgemäß deutlich kontrastärmer als dies bei normalem Fotopapier der Fall wäre, das war mir von vorneherein klar. Ich war trotzdem gespannt darauf, wie die Ästhetik des Kunstrucks gerade bei Hauttönen und Kleidung wirkt. Meinem Empfinden nach und auch dem meiner Frau war uns diese Papierart jedoch zu grob und matt, weswegen ich leider etwas enttäuscht war ob meines selbstgewählten Experiments. Geschmacksfragen sind jedoch immer subjektiv und es gibt sicherlich viele Fotoliebhaber, denen dieser spezielle Look gefällt. Für die Papierauswahl eines so hochpreisigen Produktes würde ich mir aber im Vorfeld auf jeden Fall eine Probe des entsprechenden Papiers zukommen lassen, um einschätzen zu können, was ich schlussendlich wähle. Auch hierzu habe ich bereits einen Blogbeitrag verfasst.

Die Finale Frage: "Lohnt es sich?"

Wie so vieles im Leben lässt sich das nicht so einfach beantworten. Rechnen wir einmal zusammen - 52 Seiten als Empfehlung + Acryldruck/Leder + glänzendes Fotopapier + passende Geschenkbox in Leder, das macht zusammen etwas über 150€ (Stand: 18.06.2019).

 

Dafür erhalte ich ein sehr hochwertig verarbeitetes und sehr individualisierbares Produkt, für das ich unbedingt eine zeitintensive individuelle Gestaltung vorziehen und nichts dem Zufall überlassen würde.

 

Das macht in meinen Augen nur Sinn, wenn ich zum einen nicht auf den letzten Euro schauen muss und hochwertiges Bildmaterial vorliegen habe. Zum anderen sollte ich mir folgendes überlegen: "Habe ich einen würdigen Anlass - beispielsweise eine Hochzeit oder einen runden Geburtstag und erkennen der oder die Empfänger meines Fotobuchs auch den außergewöhnlichen Wert des Geschenks?"

 

Kann ich diese Fragen mit "ja" beantworten, kann ich das Fotobuch grundsätzlich empfehlen. Andernfalls ist es auch überlegenswert zum halben Preis bereits qualitativ sehr gute Bücher beispielsweise beim selben Anbieter in Erwägung zu ziehen - für die meisten Betrachter zählen in erster Linie die Erinnerungen, die sie mit den abgedruckten Fotos verbinden.

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