Fotos drucken Teil II - Das richtige Fotopapier

Auch in unserer digitalen Welt macht es Sinn, Dinge anfassen zu können. Gerade bei Fotos ist es ein großer Unterschied, ob ich die Bilder auf dem Smartphone oder Tablet betrachte oder ob ich einen hochwertigen 300dpi-Druck in den Händen halte und Freunden und Familie zeigen kann. So schön die Möglichkeiten von Photocloud und Terabytes an Speicher sind - die Daten sind stets den Risiken des Verlusts ausgesetzt und durch unsere schnelllebige Zeit geraten sie leider wieder bald in Vergessenheit.

von links nach rechts: 1. silk, 2. matt, 3. glanz (Anbieter: www.saal-digital.de)


Ging es im letzten Beitrag um die Frage "Bildverbesserung - ja/nein?", widmen wir uns hier der Frage: "Welches Fotopapier nehme ich denn jetzt?" - Gerade wenn es um den Druck von vielleicht einigen dutzend oder sogar hunderten Fotos geht, ist es sehr ärgerlich (und teuer), wenn erst im Nachhinein die Erkenntnis kommt, dass die Papiersorte falsch ausgewählt wurde.

 

Wobei "falsch" auch hier immer relativ zu sehen ist. Vor allem geht es beim Fotopapier um eine Geschmacksfrage.

 

Viele Anbieter geben zum Druck der Fotos zwei Möglichkeiten zur Auswahl: glanz und matt (z.B. Fuji, Aldi, PosterXXL). "Profi-Anbieter" ergänzen das Sortiment noch um den sogenannten silk-Druck, oft auch "velvet", "seidenmatt" oder "Portraitpapier" genannt. Selbstverständlich unterscheidet sich das benutzte Fotopapier von Anbieter zu Anbieter ebenfalls noch in Nuancen, in diesem Vergleich sollen aber zunächst einmal die Unterschiede zwischen den drei unterschiedlichen Ausführungen aufgezeigt werden.

Glanz

Der Standard - habt ihr euch noch nie Gedanken bei der Ausbelichtung eures Fotos gemacht? Dann habt ihr vermutlich bisher alles in der glänzenden Variante ausgedruckt. Dieses Papier wird bei den meisten Druckereien als Standard angeboten, einige nehmen euch die Auswahl gänzlich ab und bieten schon gar keine Alternative an. Die Vorteile liegen in den besonders brillanten und lebendigen Farben, was die Fotos sehr hochwertig erscheinen lässt. Der Glanz der Fotos kann sich aber als Nachteil herausstellen, wenn ihr die Fotos herumzeigen oder in einem Fotobuch verewigen möchtet, da sie sehr empfindlich für Fingerabdrücke und im Licht anfällig für Spiegelungen sind. Wenn ihr die Fotos in ein Fotoalbum einkleben möchtet, solltet ihr vorsichtig sein und die Oberfläche möglichst nicht berühren.



Matt

Die matte Variante bietet euch weniger brillante Farben, weniger knackige Kontraste, das Bild wirkt insgesamt etwas flauer im direkten Vergleich. Worin liegen also die Vorteile dieses Papiers?

Der Unterschied zum Glanz-Papier fällt im direkten Vergleich natürlich auf. Habt ihr beide Ausführungen aber nicht direkt nebeneinander liegen, wird es es den meisten "Laien" aber gar nicht auffallen, dass es sich nicht um ein "normales" Fotopapier handelt. Die geringere Glanz-Ausprägung ist deutlich widerstandsfähiger gegen Fingerabdrücke und spiegelt ebenso wesentlich weniger (->siehe Vergleichsbilder. Das abfotografierte matte Foto wirkt hier auf Grund der geringeren Spiegelung deutlich knackiger).

Habt ihr also vor, euer Bild hinter einem Glasrahmen zu verewigen oder möchtet ihr ein Fotobuch drucken, ist die matte Variante euer Freund. Preislich unterscheiden sich Glanz- und Matt-Druck eher nicht.



Silk / Velvet / Seidenmatt

Der Preis wird eher beim seidenmatten Papier ein Thema sein.

 

Ihr habt es vielleicht schon selbst in euren Händen gehalten, wenn ihr Portraitfotos vom Fotografen erhalten habt. Die Profis arbeiten gerne mit dem kopiergeschützten Fotopapier, dass die Vorteile der beiden vorgenannten Ausführungen weitestgehend vereint. Ihr habt weniger Probleme mit Fingerabdrücken, gleichzeitig einen guten Kontrast und eine Brillanz, die gerade Hauttönen sehr schmeichelt. Durch die spezielle strukturierte Oberfläche des Papiers wirkt der Druck auch sehr hochwertig und ist deshalb für Fotos geeignet, die für euch besonders wertvoll sind.

 

Der Nachteil des Silk-Formats liegt ganz klar im Preis: Wollt ihr mehrere hundert Fotos drucken, kann das ganz schnell in's Geld gehen. Ihr bezahlt in der Regel ungefähr das Doppelte im Gegensatz zur matten oder glänzenden Fotoausbelichtung.


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