Fotos drucken Teil I - die automatische Bildverschlimmbesserung

In Bildern steckt viel Arbeit - nicht nur das Fotografieren an sich, auch die teilweise stundenlange Nachbearbeitung, um feinste Details herauszuarbeiten und Millionen von Farben in ihren unzähligen einzelnen Abstufungen aus den Rohdaten herauszuarbeiten. Wie aber kommen die fertigen Fotos nun aus der digitalen in die analoge Welt, um sie ausbelichtet auf Fotopapier Familie und Freunden zu zeigen?

 

Unzählige Anbieter wetteifern im Internet miteinander und bieten ausgeklügelte Softwarelösungen oder Onlineplattformen an, über die man die gewünschten Druckstücke bekommen kann. Vom normalen Fotoabzug über Fotobücher bis hin zum Druck auf den verschiedensten Materialen bietet sich ein Angebot, das kaum noch Wünsche offen lässt. Um den größten "Wow-Effekt" zu erzielen, haben die Anbieter diverse Algorythmen im Bestellprozess eingebaut, die die Bilder durch verstärkte Kontraste und hochgezogene Sättigung immer knalliger werden lassen. Inspiriert durch Instagram & Co können außerdem noch zahlreiche Fotofilter ausgewählt werden, die zusätzlich noch einen Analogfilm vortäuschen, die Hauttöne glätten oder eine Cross-Entwicklung simulieren. Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass die Programme in der Regel den Inhalt des Bildes nicht zu 100% erkennen können. Selbst Kamerahersteller wie Canon, Sony, Panasonic, etc. beißen sich daran seit Jahren die Zähne aus. Auch Apple und Google haben es in Ihren nativen Apps trotz mehrer Millionen Dollar Entwicklungskosten noch nicht geschafft, dies ordentlich hinzubekommen. Im Endeffekt führen die automatischen Verbesserungen also genau ins Gegenteil: Farben saufen auf Grund der übermäßigen Sättigung ab, der Weichzeichner macht ein perfektes Barbiepuppengesicht, das aber nichts mehr mit einer natürlichen Haut zu tun hat und der Instagramfilter gibt dem ganzen den Rest.

 

Um die Brillanz der Fotos zu erhalten, sollten Print-Anbieter gewählt werden, bei denen eine automatische Weiterverarbeitung des Bildes deaktiviert werden kann. Bei den von mir getesteten Anbietern war die "Bildverbesserung" nur beim Fachabzug von Saal-Digital standardmäßig aktiviert. Bei Fuji-Direkt, Aldi-Fotos, Pixum, Cewe und Foto.de ist die Funktion immer aktiviert und dies nicht immer so einfach zu erkennen. Alle bieten nichtsdestotrotz eine Deaktivierung des Dienstes an. Die Preise für eine normalen Druck (10er Format, glänzend) variierten dabei sehr stark. So lag der mit Abstand günstigste Anbieter Aldi-Fotos bei 8 Cent und Cewe beispielsweise bei 23 Cent pro Abzug. Der von mir häufig genutzte Anbieter Saal-Digital lag ebenfalls im teureren Bereich mit 17 Cent.

 

Interessiert euch ein Qualitätsvergleich der einzelnen Anbieter? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Screenshot, Quelle: Aldi-Fotos, http://www.aldifotos.de
Screenshot, Quelle: Aldi-Fotos, http://www.aldifotos.de

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